Angst bekämpfen? Was dir wirklich hilft!

Noch nie zuvor haben Menschen so unter Angst gelitten wie heute. Nicht nur die Medien treiben die Angst der Menschen gezielt an. Methoden, die Angst bekämpfen sollen, sprießen wie Pilze aus dem Boden. Den Menschen wird die Befreiung von ihren Ängsten versprochen. Wie aber kann es sein, dass bei gleichzeitigem Therapieangebot, immer mehr Menschen unter Angstzuständen leiden? Oft bin ich die Anlaufstelle für Menschen mit sogenannter „Angststörung“, die jahrelange Therapie hinter sich haben und sich am Ende noch weniger in ihren Ängsten verstehen als je zuvor. Durch diesen Artikel wirst du dich selbst und deine Angst wirklich verstehen. Ich zeige dir anschließend anhand zwei einfacher Schritte, wie du dich sofort von deiner Angst löst und zwar ohne diese bekämpfen zu müssen.

1. WAS IST ANGST EIGENTLICH?

Angst ist eine Emotion, also reine Energie in unserem Körper, die wir in Form von Gefühlen wahrnehmen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen der biologischen und der psychologischen Angst. Die biologische Angst dient uns zum Schutz vor ernsthaften, lebensbedrohlichen Gefahren, wie z.B. dem Säbelzahntiger. Blitzartig reagiert dein Körper auf dieses Gefühl der Angst: Kampf oder Flucht. Dein Körper wappnet sich und du bist im Überlebensmodus. Die biologische Angst sichert also dein Überleben. Wie aber verhält es sich bei der psychologischen Angst?

Die psychologische Angst wird nicht durch eine reale Gefahr ausgelöst. Vielmehr wird die Angst durch Gedanken erzeugt. Egal ob Prüfungsangst, Angst in engen Räumen, Bindungsangst oder Zukunftsangst. Oft ist es nur ein einzelner Gedanke, der dein Angstgefühl auslöst. Die entstandene Angst wiederum erzeugt weitere Gedanken, welche deine Angst verstärken. Da du Angst im Körper fühlst, wird dein Körper umso stärker reagieren, je länger dir deine angstauslösenden Gedanken unbewusst bleiben. In einer Panikattacke entlädt dein Körper schließlich all die unterdrückte Energie.

Was du konkret in einer akuten Panikattacke tun kannst, erfährst du übrigens hier: Panikattacken - wenn der Körper reagiert.

Formen der Angst und ihre Vermeidungsstrategien

Angst ist absolut individuell und lässt sich daher schlecht kategorisieren. Jede Form der Angst unterscheidet sich in der körperlichen Wahrnehmung- so kann das Gefühl der Angst durch latentes Unwohlsein bis hin zu einer Panikattacke wahrnehmbar sein. Im Folgenden findest du eine grobe Übersicht, die unterschiedliche Formen der Angst beschreibt:

Formen der Angst und ihre Vermeidungsstrategien

Der Grund weshalb du unter akuter Angst leidest, liegt in dem dir unbewussten Dialog zwischen deinem Denken und deinem Fühlen.

Gedanken prophezeien dir deine Zukunft vorher, indem Erfahrungen aus der Vergangenheit als Maßstab benutzt werden. Du sollst so nämlich vor vermeintlichen Gefahren und Problemen geschützt werden! Hast du vor einiger Zeit schlechte Erfahrung mit Partnerschaften gemacht, so muss jede neue Erfahrung auch in das Weltbild deines Denksystems passen. Jede Erfahrung, die deine Vergangenheit nicht zwangsläufig direkt bestätigt, wird durch Angst wieder „zurecht gerückt“. Das gilt übrigens für alle Ängste. Du lebst in deiner eigenen Realität, ohne wahrzunehmen, dass die nur durch deine Gedanken bestimmt wird. Verrückt oder?

2. Wozu dient Angst?

Nun fragst du dich bestimmt, wenn diese Angst ja schließlich nur durch Gedanken entsteht, was hat sie dann überhaupt für einen Zweck?

Nun, hier müssen wir nochmal etwas zurück spulen und zwar genau in die Zeit zurück, in der die Angst als Emotion ihren Ursprung hat: in deiner Kindheit.

Das Überleben in deiner Kindheit ist abhängig von der bedingungslosen Liebe deiner Bezugspersonen (Anmerkung: Liebe ist als Zustand an sich immer bedingungslos, ich möchte es an dieser Stelle der Deutlichkeit halber aber nochmals unterstreichen). So ziemlich jeder unter uns musste jedoch zwangsläufig früh lernen, dass Zuwendung und Anerkennung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist: Ich muss bestimmt SEIN, bestimmte Dinge tun oder unterlassen, dass ich geliebt und wertgeschätzt werde. Du entwickelst völlig automatisch sogenannte Glaubenssätze, die dich überleben lassen. Und genau hier entsteht deine eigene Ur-Angst: die Angst vor dem Verlassen werden, die Angst vor dem Nicht-Geliebt werden, die Angst vor dem Ich bin nicht gut genug. Je älter wir werden, desto genauer passen wir uns unserer Außenwelt an. Das Kind in dir bleibt jedoch voller Angst.

Jede Erfahrung, die du heute machst, erinnert dich an dieses verwundete, ängstliche Kind von damals zurück. Und das hat nur einen einzigen Zweck: die Aufmerksamkeit endlich umzulenken. Weg vom permanenten Umgehen der Angst im Außen, hin zu deinem eigenen kleinen Mädchen, zu deinem kleinen Jungen.

Angst

3. Angst bekämpfen- Warum Strategien und Methoden nicht helfen können

Zunächst möchte ich betonen, dass ich mit diesem Artikel weder verurteilen noch werten möchte. Es geht mir einzig und alleine nur um die, aus meiner eigenen Erfahrung als Beraterin, dringend notwendige Aufklärung im Thema Umgang mit Angst! In unserer Gesellschaft wird Angst als etwas Negatives betrachtet. Menschen werden nicht nur alleine, sondern vielmehr auch mit Schuld- und Schamgefühle zurückgelassen. Das fehlende Verständnis von der Natur von Angst führt folglich zur absolut falschen aber leider weit verbreiteten Annahme: „Angst muss BEKÄMPFT werden“. Sämtliche Methoden, die eine sofortige Befreiung von Angst versprechen, führen letztendlich nur zu einem aussichtslosen Kampf. Und zwar zu dem Kampf gegen sich selbst.

Sobald du Angst versuchst zu bekämpfen, verlässt du dich selbst jeder mal ein Stückchen mehr. Wie soll sich ein ungeliebtes Kind (beinahe wir alle sind ungeliebte Kinder) je willkommen und verstanden fühlen, wenn du es nicht so haben willst, wie es in diesem Augenblick ist?

Angst

Durch Verhaltensstrategien und Pharmazeutika verlieren den Zugang zu uns selbst und somit zu unserem inneren Kind immer mehr. Deckel drauf und gut ist.

Fazit: Das einzige, was Methoden der Angstbewältigung bezwecken, ist die Verstärkung des eigentlichen Problems: und zwar nicht das der Angst, sondern der Angst vor der Angst.

4. WAS HILFT WIRKLICH BEI ANGST?

Angst fühlen wir als Energie in unserem Körper. That´s it. Wer bestimmt eigentlich, dass Angst das Schlechte ist und nicht etwa Freude bekämpft werden müsste? Warum also ist Angst schlechter als Freude? Wo fühlst du Angst, wo fühlst du Freude? Wo genau fühlst du den Unterschied? Die meisten von uns haben sich mit ihrer Angst noch garnicht beschäftigt, ehe sie sie loshaben wollen.

Die 2 Schritte in deine Freiheit

1. FÜHLE DICH IM HIER UND JETZT

Betrachten wir die Angst einmal als das was sie ist – nämlich nur Angst, nur ein Gefühl im Körper, so sprechen wir der Emotion und dem daraus entstehenden Gefühl schon mal eine ganz andere Bedeutung zu, nicht wahr? Gestatte ihr doch einfach mal Gast zu sein. Untersuche die Angst in deinem Körper. Wo fühlst du sie? Wie fühlt sie sich an? Gib ihr einen Moment lang Zeit und Raum, den sie braucht. Erlaube dir selbst, den Kampf gegen dich zu beenden.

In dem Moment, indem du die Angst da sein lässt, wird sie dich verlassen.

Osho

2. BEOBACHTE DEINE GEDANKEN

Du kannst deine Gedanken nicht abschalten. Da du deine Gedanken nicht selbst machst, kannst du sie nur beobachten. Nimm in jedem Moment wahr, was du genau denkst. Finde heraus, welche Gedanken deine Angst anfeuern. Was würde mit deiner Angst passieren, wenn du sie gedanklich garnicht bewerten könntest? Durch bewusstere Wahrnehmung erzeugst du den Raum für Veränderung. Denn du bist nicht deine Gedanken.


Es braucht nicht mehr im Leben als diese einfachen beiden Schritte und ich verspreche dir, dass du nicht länger unter Ängsten leiden wirst. Auch wenn es manchmal schwer zu sein scheint, dient all das nur deiner eigenen Weiterentwicklung. Sei mutig und lerne dich selbst kennen. Das ist Heilung. Das ist Freiheit. Das ist Liebe.


Sie suchen Begleitung auf Ihrem Weg zurück zu sich selbst? Melden Sie sich gerne unter: mail@praxis-natalie-schmid.de

Natalie Schmid
HINWEIS: Es handelt sich bei meinem Beratungsangebot um KEINE Heilbehandlung. Der Klient erhält vielmehr Werkzeuge, die er für seine eigene Weiterentwicklung anwenden kann.

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