Was ist Angst eigentlich?

Kennen wir das nicht alle- Angst vor einer Aufgabe, Angst verlassen zu werden, Angst nicht zu genügen, Angst zu versagen, Angst vor Krankheit, Existenzangst, Angst jemand nahestehenden zu verlieren, Angst vor dem Tod.

Beinahe jeder von uns lebt in einem Gefühl der Angst. Wir unterscheiden uns in dem Grad der Angst, bei dem einen ist es ein unterschwelliges Gefühl der Sorge, eine latente Nervosität, bei dem Anderen ist es nackte Panik und tiefe Depression. Oftmals werden wir uns unserer Angst nur bewusst, wenn sie einen höheren Intensitätsgrad erreicht, sprich also wenn sie größer wird. Wird die Angst stärker und stärker, bekommen wir immer mehr Angst, wir bekommen sozusagen Angst vor der Angst.

Was ist in mir los?

Um uns unserer Angst im ersten Schritt also erstmal bewusst zu werden, heißt es uns bewusst darüber zu werden, wie und vor allen Dingen wo sie eigentlich in uns entsteht.

Wenn wir uns dieser Angst einmal annehmen so sehen wir, dass Angst nichts anderes ist, als ein Gedanke an einen etwaigen Zustand oder eine Situation in der Zukunft. Im Gegensatz zur biologischen Angst, also der uns schützenden evolutionsbedingten Angst wie die vor Feuer oder wilden Tieren, entsteht die psychologische Angst als Folge auf einen erdachten Zustand deines Verstandes. Angst als Emotion, als ein Gefühl im Körper entsteht durch unseren Verstand, genauer gesagt unser Ego, das in Vergangenheit und Zukunft lebt und mit unserem Verstand unmittelbar verbunden ist- vielmehr: sich darüber definiert. Für dein Ego gibt es kein Hier und Jetzt. Alles was dir im Leben widerfährt, jeder Augenblick ist ein Moment im Jetzt. Es heißt nicht umsonst, das Leben besteht aus der Aneinanderreihung von Momenten. Vergangenheit und Illusion ist ein erdachter Zustand deines Verstandes. Angst entsteht also dadurch, dass dein Verstand dir sagt, was sein könnte, was passieren könnte. Frage dich bewusst, ob es in diesem Moment passiert. Egal wie wahrscheinlich ein Ereignis eintreten könnte oder wird – es ist nicht in diesem Moment gegenwärtig. Sobald du in dieses Bewusstsein einsteigst, löst du dich ein Stück weit von deinem Verstand und somit von der Illusion, die deine Angst erzeugt. Das bedeutet nicht, dass dein Gefühl der Angst damit sofort verschwindet und du völlig angstfrei und glücklich bist. Habe Geduld mit dir selbst und verzeihe dir, dass du es nie anders konntest. Verzeih dir, dass du deinem Verstand alles glaubst was er sagt. Das Ego ist schließlich dein einziger (treuer) Begleiter in deinem bisherigen Leben gewesen und fordert deine Aufmerksamkeit bedingungslos.

Innere Freiheit

Bin das Ich?

Wage einen Schritt hinter die Fassade und beginne an seinen Aussagen zu zweifeln. Ich rede bewusst von dem Ego als 2. „Person“, denn du bist nicht dein Ego und auch nicht dein Verstand. Er ist vielmehr Teil von dir, der dich weiterhin in deinen unbewussten Denkmustern halten will. Ein Schutzmechanismus deines Egos. Es sind deine Gedanken, die deine leidvollen Emotionen wie Angst, Schuldgefühle, Zweifel, Wut, Depression oder Verzweiflung erzeugen. Dein Verstand fordert dabei immer mehr Aufmerksamkeit von dir, ein Gedanke folgt dem nächsten –die Gedanken werden größer und größer, bis wir uns in ihnen und schließlich in Gedanken und somit in uns selbst verlieren. Im jetzigen Moment wird nie ein Problem existieren. Wenn das Problem oder das Ereignis schließlich auftritt, wirst du in diesem Augenblick die Mittel, Kräfte und Menschen zur Verfügung haben, die du benötigst. Das Leben wird dir all das was du benötigst zu Verfügung stellen, wenn du sie brauchst.

Menschen die verunglücken oder auch Menschen die bereits Nah-Tod Erfahrungen machten, verspüren in diesem Augenblick keine Angst. Das liegt daran, dass der Verstand schlichtweg keine Zeit dafür hat, ein illusorisches Gedankenszenario bereitzustellen. Alles was geschieht, geschieht jetzt. Nicht gestern, nicht morgen und nicht in 2 Minuten. Werde dir deiner Gedankenformationen bewusst und fühl die Emotion in deinem Körper. Fühlst du also Angst, Unbehagen, Sorgen oder Nervosität dann werde zum Beobachter deiner Selbst. Werte und beurteile nicht.

Das Wahrnehmen dieses Zusammenhangs – also der Verstand erzeugt ein Gefühl in deinem Körper – ist bereits der erste Schritt in ein höheres Bewusstsein. Es öffnet dir die Türen zu deinem wahren Selbst, was friedvoll und angstfrei ist.

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